Caritativer Adventsmarkt

Bei dem caritativen Adventsmarkt in Garmisch-Partenkirchen war am 24.11.2018 auch die Wasserwacht Mittenwald vertreten. Der Erlös geht voll in die Jugendarbeit der Wasserwacht Mittenwald und kommt den Kindern zugute. Hier ein paar Impressionen:

Als im Winter noch mit Badehose getaucht wurde

Dienstag, 05. Juni 2018, Garmisch-Partenkirchner Tagblatt / Lokalteil

Wasserwacht-Vize Peter Boxleitner für 55 Jahre aktiven Dienst geehrt – 5800 Einsatzstunden mussten im abgelaufenen Jahr bewältigt werden


Langjährige Wasserretter geehrt: Bereitschaftsleiter Robert Müller (r.) und Kreisvorsitzender Marc Lehmann (l.) gratulieren Peter Boxleitner (55 Jahre, 2. v. r.) und Christian Oechsler (25 Jahre, 2. v. l.). foto: fkn

Mittenwald – Seit mehr als 55 Jahren ist Peter Boxleitner für die Mittenwalder Wasserwacht mit Herzblut aktiv. Bei der Jahresversammlung im Gasthaus Römerschanz erinnert er sich an seine Anfänge 1962 zurück.

Als junger Bub gab es für ihn nach der Schule nur einen Weg: hinauf zum Lautersee, hinein ins kühle Nass. Schon damals bewunderten seine Mitschüler und er die schneidigen Männer in roter Wasserwacht-Kluft an der Rettungshütte am Hechtenzipfel. „Ich wollte unbedingt dazu“, erinnert sich Peter Boxleitner, heute 69 Jahre alt, zurück.

Im Alter von 13 Jahren erfüllte sich sein Traum. Hochmotiviert startete Boxleitner 1962 seine Karriere bei der Wasserwacht. „Die Theorie ist noch ziemlich die selbe“, sagt Boxleitner im Vergleich zur heutigen Ausbildung. Die Praxis allerdings könnte unterschiedlicher nicht sein.

Als er 1968 seinen Taucherschein absolvierte, wurde noch im Winter in kurzer Badehose im Starnberger See für die Prüfung trainiert. „Neopren-Anzüge konnte sich damals ja fast keiner leisten“, erzählt er schmunzelnd. An seine erste Sauerstoff-Flasche mit Einschlauchtechnik kann er sich heute noch erinnern.

Fortan waren Boxleitner und Wasserwacht-Urgestein und Gründungsmitglied Heinz Kreuzer die ersten Rettungstaucher in Mittenwald.

Heute, 55 Jahre später, hat Boxleitner tausende Einsatzstunden hinter sich und fast 500 Stunden unter Wasser verbracht. Gerne erinnert sich der Isartaler an so manch kuriose Geschichte zurück. Viele „nette, lehrreiche und dramatische Stunden“ wurden erlebt. Boxleitner war bei der großen Erweiterung der Wasserwachthütte am Lautersee Anfang der 1970er dabei. Zur gleichen Zeit wurde auch die erste Telefonleitung zur gegenüberliegenden Bade-Anstalt installiert. „Ein altes Feldtelefon“, erinnert sich Boxleitner.

Mit diesem Fernsprecher wurde auch sein erster Einsatz als Rettungstaucher koordiniert. „Ein junger Bursche schwamm gegenüber der Wasserwacht-Hütte“, ruft sich der 1949 Geborene ins Gedächtnis zurück. „Plötzlich riss er die Arme nach oben und ging unter wie ein Stein.“ Sofort sprang Boxleitner ins Wasser, wollte ihn schnellstmöglich wieder an die Luft holen. Doch vergeblich. „Ich holte meine Taucherausrüstung und fand ihn dann am Seegrund.“ Es kam jede Hilfe zu spät. „Er war gerade mal 17 Jahre alt.“ Ein Erlebnis, dass der erfahrene Wasserretter nie mehr vergessen wird.

Wasserwacht-Chef Robert Müller ist mehr als stolz, immer noch auf so einen routinierten Mitstreiter als Vize-Bereitschaftsleiter zurückgreifen zu können. Bei der Jahresversammlung zeichnete er ihn für seine 55-jährige Mitgliedschaft aus. Mehr als 5800 Einsatzstunden hatte die Mittenwalder Bereitschaft in den zurückliegenden Monaten zu bewältigen. „Die meisten davon am Ferchensee“, resümiert Müller. Doch nicht nur an den Badeseen im Isartal rücken die Wasserwachtler in enger Zusammenarbeit mit der Krüner Schnelleinsatzgruppe (SEG) aus. Am Sonntag mussten die Wasserretter den Mühlbach nach vermissten Personen absuchen. Ein Auto fuhr zuvor in den Bach (siehe Seite eins). „Wir sprangen mit unserer Ausrüstung hinein und durchsuchten das Auto und den Bach.“ Der Unfall-Verursacher konnte noch am gleichen Tag unverletzt aufgespürt werden.

Die 136 Mitglieder, von denen 36 einen aktiven Dienst verrichten, brauchen sich auch um Nachwuchs keine Sorgen zu machen: 32 Kinder stehen bereits in der Jugendgruppe in den Startlöchern.

josef hornsteiner

Finanzspritzen für fünf heimische Organisationen

VEREIN ZUR FÖRDERUNG DES RETTUNGS- UND NOTARZTDIENSTES IM ISARTAL

 
 
Scheckübergabe beim Rettungsverein: (vorne v. l.) Adolf Hornsteiner (Vorsitzender), Thomas Pfleiderer, Rita Schmidt (beide Rotes Kreuz), Szilvia Ogon (Wasserwacht Mittenwald), Heinz Pfeffer (Bergwacht Mittenwald), Georg Seitz (Beisitzer), Thomas Schwarzenberger (stellvertretender Vorsitzender), (2. Reihe v. l.) Manuel Achtner (Wasserwacht Krün-Wallgau), Klaus Zwerger (Beisitzer), Robert Müller (Wasserwacht Mittenwald), Michael Altmann (Geschäftsführender Vorsitzender), Josef Rieger (Bergwacht Mittenwald), (3. Reihe v. l.) Helmut Hornsteiner, Rudi Haller (beide Beisitzer) und Alois Knilling (Kassier). foto: kunz

Mittenwald – Kurz waren bei der Jahresversammlung des Isartaler Rettungsvereins die Rechenschaftsberichte, umso länger dafür die Liste der Spendengelder. Die fleißigen Geldbeschaffer hatten im vergangenen Geschäftsjahr 2500 Euro an fünf heimische Organisationen verteilt. Jeweils 500 Euro erhielten die Wasserwachten Mittenwald und Krün-Wallgau, die Rotkreuz-Bereitschaft Mittenwald sowie die Bergwachten Mittenwald und Krün.

Doch die Arbeit des Fördervereins, der 2019 sein 20-jähriges Bestehen feiert, sei noch lange nicht abgeschlossen, betonte Michael Altmann, seit einem Jahr Geschäftsführender Vorsitzender, bei der Jahresversammlung im Gasthof Alpenrose. „Wir haben zwar die Rettungswache abbezahlt, aber wenn sich so viele Menschen ehrenamtlich engagieren, dann sollen sie auch entsprechend weiter unterstützt werden.“ Aktuell kann der Rettungsverein nach zehn Neuzugängen auf 266 Mitglieder zählen, die mindestens elf Euro Beitrag entrichten. Wie es mit den Finanzen genau aussieht, legte Schatzmeister Alois Knilling dar. „Durch die Einnahmen von vier Benefizkonzerten und diversen Spendenaktionen konnten wir unseren Kassenstand erneut erhöhen.“ Unter dem Beifall der Zuhörer teilte Knilling ferner mit, „dass wir schon 236 140 Euro an Spendengeldern verteilt haben“.

Angesichts solch erfreulicher Zahlen konnte Vorsitzender Adolf Hornsteiner nur mehr eines sagen: „Ihre hervorragende Arbeit hat ein herzliches Vergelt’s Gott verdient.“  wk